
Der US-Pharmakonzern will damit die 70.000 Klagen wegen der mutmaßlichen Verbindung zwischen Babypuder und zahlreichen Fällen von Lungen- und Eierstockkrebs beilegen
Johnson & Johnson hat sich auf eine Vergleichszahlung in Höhe von 8,133 Milliarden Euro geeinigt, um die anhängigen Klagen im Zusammenhang mit seiner Babypuder-Produktlinie beizulegen, denen vorgeworfen wird, bei einigen Anwendern Eierstockkrebs und Mesotheliome verursacht zu haben. Der Vergleich deckt sowohl Personen ab, die bereits Klage eingereicht haben, als auch solche, die dies noch nicht getan haben. Es wird erwartet, dass dies die letzte in einer Reihe von Vereinbarungen ist, die darauf abzielen, die Rechtsstreitigkeiten zu beenden, mit denen das Unternehmen aufgrund der möglichen schädlichen Auswirkungen seiner Talkumprodukte konfrontiert war.
Die von Johnson & Johnson vereinbarte Summe stellt eine der höchsten jemals von einem einzigen Unternehmen in Bezug auf ein einzelnes Produkt gezahlten Summen in der Geschichte dar. Das Unternehmen hat wiederholt jegliche Verantwortung in Bezug auf Eierstockkrebs und Mesotheliome bestritten und bekräftigt, dass seine Talkumprodukte sicher für den menschlichen Gebrauch seien
Trotz der Sicherheitsversprechen des Unternehmens haben mehrere Studien die Verwendung von Talkumprodukten mit einem erhöhten Risiko für Eierstockkrebs und andere Krebsarten in Verbindung gebracht. Seitdem ist Johnson & Johnson mit Tausenden von Klagen von Personen konfrontiert, bei denen nach jahrelanger Verwendung der Talkumprodukte des Unternehmens Krebs diagnostiziert wurde.
Das Unternehmen hat bereits in einigen dieser Fälle Vergleiche erzielt, darunter eine Einigung über 2,1 Milliarden Dollar im Jahr 2020 zur Beilegung von Klagen im Zusammenhang mit Babypuder. Dennoch ist das Unternehmen weiterhin mit zahlreichen anhängigen Klagen konfrontiert und versucht, diese Fälle zu klären, um zukünftige Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.
Die Einigung erfolgt zudem zu einem Zeitpunkt, an dem Johnson & Johnson wegen anderer Sicherheitsprobleme im Zusammenhang mit seinen Produkten unter Beobachtung steht. Das Unternehmen hat kürzlich einige seiner Sonnenschutzmittel vom Markt genommen, nachdem festgestellt wurde, dass sie gefährlich hohe Mengen an Benzol enthielten, einer Chemikalie, die beim Menschen bekanntermaßen Krebs verursacht. Zudem sieht es sich mit Klagen in Bezug auf sein Arthritis-Medikament Remicade konfrontiert, das mit einem erhöhten Risiko für Infektionen und andere schwerwiegende Nebenwirkungen in Verbindung gebracht wurde.
Insgesamt markiert der von Johnson & Johnson erzielte Vergleich zur Beilegung der anhängigen Klagen im Zusammenhang mit seinen Talkumprodukten einen bedeutenden Meilenstein im langjährigen Rechtsstreit des Unternehmens und könnte als Beispiel für andere Firmen dienen, die mit ähnlichen Klagen konfrontiert sind.